Wahl der Therapie

Es ist nicht einfach vorherzusagen, auf welches Mittel gegen Psoriasis Sie ansprechen werden und welches für Sie das richtige ist. Dies hängt von verschiedenen Faktoren ab. 

Faktoren für die richtige Wahl der Therapie

- Form und Schweregrad Ihrer Psoriasis
- Wie passt die Behandlung zu Ihrem Lebensstil und Zeitplan?
- Abwägung zwischen Risiken und Vorteilen einer Therapie
- Ihr Alter und Ihr Allgemeinzustand
- Ihre Allergien und andere Arzneimitteln, die Sie einnehmen
- Ihre Präferenz
- Ob Sie schwanger sind oder einen Kinderwunsch haben

Ihr Behandlungsplan

Besprechen Sie mir Ihrem Arzt alle Behandlungsoptionen der Psoriasis, überlegen Sie mit ihm/ihr, wie lange auf Behandlungsergebnisse gewartet werden soll und wann der Zeitpunkt gekommen ist, eventuell die Behandlung zu wechseln. Denken Sie daran, dass sich mit der Zeit Ihre eigenen Ansprüche an die Behandlung auch ändern können. Sollte sich der Schweregrad Ihrer Psoriasis, Ihr allgemeiner Gesundheitszustand oder Ihre Präferenz einmal ändern, sollte auch Ihr Behandlungsplan erneut überdacht werden.

Topische Therapien

Topische Therapien werden direkt auf die Haut aufgetragen.

Zu den Behandlungsoptionen gehören: Emollientia (Feuchtigkeitsspender); topische Steroide; Teerpräparate; Dithranol; Vitamin D-Analoga und Vitamin A-Analoga. Arzneimittelhaltige Shampoos und Lotionen/Cremes sind ebenfalls erhältlich, um Kopfhaut-Psoriasis zu behandeln. Topische Therapien sind in der Regel die Arzneimittel der ersten Wahl zur Behandlung der Schuppenflechte und reichen möglicherweise aus, um leichte bis mittelschwere Formen der Erkrankung wirksam zu behandeln.

Physikalische Therapien

Eine Phototherapie kann in Form von Bestrahlung mit zwei verschiedenen Typen von ultraviolettem Licht (UVA oder UVB), unter Verwendung spezieller medizinischer Bestrahlungsgeräte und unter medizinischer Aufsicht erfolgen.

PUVA steht als Abkürzung für Psoralen plus UVA. Bei dieser Photo-Chemotherapie wird der chemische Wirkstoff Psoralen mit UVA-Bestrahlung kombiniert. Die vorausgehende Medikamentengabe erhöht die Empfindlichkeit der Haut gegenüber den Strahlen. Psoralen kann entweder als Tablette eingenommen oder äußerlich als Salbe aufgetragen werden. Auch die Anwendung von Psoralen als Badezusatz (Bade-PUVA) ist möglich. 
Eine Phototherapie kann in der Regel nur bei Ihrem Hautarzt oder in der Hautklinik erfolgen.

Systemische Therapien

Systemische Behandlungen sind mit potentiellen Risiken verbunden und kommen daher in der Regel nur bei mittelschweren bis schweren Fällen zur Anwendung.

Folgende vier Behandlungsoptionen werden hauptsächlich eingesetzt: Acitretin, Methotrexat, Ciclosporin und Fumarsäureester. Durch diese Arzneimittel wird die Immunantwort des Körpers unterdrückt bzw. abgeschwächt, d.h. sie wirken immunsuppressiv.

Acitretin ist ein Vitamin-A-ähnlicher Wirkstoff, der die übermäßige Zellteilung bremsen kann. Die Wirkung von Acitretin alleine ist oft nicht ausreichend. Dieser Wirkstoff wird daher meist zusammen mit anderen Therapien, z.B. der UV-Therapie, unterstützend eingesetzt. Methotrexat senkt zudem die Geschwindigkeit, mit der sich die Hautzellen teilen.

Wenn Ihr Hautarzt/Ihre Hautärztin denkt, dass Sie von einer dieser Behandlungen profitieren würden, wird er/sie die Vor- und Nachteile mit Ihnen besprechen, bevor eine derartige Therapie eingeleitet wird. In diesem Fall werden regelmäßige Blutuntersuchungen sowie weitere notwendige Kontrolluntersuchungen bei Ihnen durchgeführt werden. Sie sollten darüber informiert werden, dass es möglicherweise zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln, die Sie einnehmen, kommen kann.

Therapien mit Biologika

Systemische Therapien mit biologischen Arzneimitteln ("Biologika") sind eine relativ neue Behandlungsform der Psoriasis. Im Gegensatz zu den meisten anderen Arzneimitteln, die chemisch synthetisch hergestellt werden, enthalten Biologika menschliche oder tierische Proteinbausteine.

Sie haben sich in den letzten Jahren in der Therapie bewährt. Bei Psoriasis blockieren Biologika die Aktivität bestimmter Immunzellen bzw. je nach Medikament, deren entzündungsfördernde Botenstoffe, die bei der Krankheit eine Rolle spielen.

In Deutschland können Patienten mit mittelschwerer und schwerer Psoriasis Biologika verordnet werden,

  • wenn diese auf die konventionellen Behandlungsoptionen nicht angesprochen haben
  • wenn die bisher eingesetzten Therapeutika auf Grund von unannehmbaren Nebenwirkungen nicht weiter genommen werden können,
  • oder relevante Kontraindikationen dagegen bestehen.

Biologika werden als Injektion oder Infusion verabreicht. Wenn Ihr Hautarzt/Ihre Hautärztin denkt, dass Sie von einer dieser Behandlungen profitieren würden, wird er/sie die Vor- und Nachteile mit Ihnen besprechen, bevor eine derartige Therapie eingeleitet wird.