Psoriasis-Formen

Der häufigste Typ (80% aller Formen) ist die Plaque-Psoriasis oder auch Psoriasis vulgaris genannt. Bei einem Patienten kann gleichzeitig oder im Verlauf der Zeit mehr als eine Art der Psoriasis auftreten. Um gemeinsam mit dem Behandler einen wirksamen Behandlungsplan erstellen zu können, ist es wichtig, die Form und den Schweregrad Ihrer Psoriasis zu kennen.

Definition

Definition

Die verschiedenen Formen der Psoriasis werden nach der betroffenen Körperregion, dem Schweregrad und dem Erscheinungsbild definiert.

Betroffene Körperregion

Einige Formen der Psoriasis - wie z.B. Plaque-Psoriasis, Psoriasis pustulosa oder Psoriasis-Erythrodermie - können an jeglicher Körperstelle auftreten. Andere Arten finden sich typischerweise an bestimmten Körperstellen - wie z. B. die Psoriasis-inversa (in der Nähe der Genitalien und des Gesäßes) oder die, die nur den Kopf betrifft.

Schweregrad

Jede Form von der Psoriasis kann in Bezug auf ihren Schweregrad bzw. in Bezug auf das Ausmaß der Ausbreitung auf der Körperoberfläche variieren. Psoriasis-Erythrodermie ist die wahrscheinlich schwerste Erscheinungsform der Krankheit, und der ganze Körper kann betroffen sein.

Erscheinungsbild

Verschiedene Formen der Psoriasis sehen unterschiedlich aus. So besteht die Plaque-Psoriasis z.B. aus roten Läsionen und silbrigen Schuppen. Die vorwiegend kleinfleckige Psoriasis (Psoriasis guttata) weist zahlreiche kleine Läsionen in Tröpfchenform auf. Nagelbeteiligung bei Plaque-Psoriasis zeigt sich in Form von Eindellungen oder Abhebung der Finger- und Fußnägel.

Psoriasis vulgaris (Plaque-Psoriasis)

Die Psoriasis vulgaris, oder auch Plaque-Psoriasis, ist die häufigste Form der Psoriasis, die sich vorwiegend auf Kopfhaut, Ellenbogen, Knie und Gesäß zeigt.

Psoriasis-Arthritis

Die Psoriasis-Arthritis (PsA) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Gelenke, die infolge der Psoriasis auftreten kann – allerdings nicht zwingend muss, denn eine PsA kann auch ohne das Vorhandensein einer Psoriasis auftreten.

Geschätzte zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden an Psoriasis, Frauen und Männer gleichermaßen. In 20 - 30 % der Fälle kann sich daraus eine PsA entwickeln.

Momentan geht man von rund 400.000 Patienten aus. Diese Form der Erkrankung beginnt meistens im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. In drei von vier Fällen ist zunächst die Haut, danach die Gelenke betroffen: durchschnittlich 10 Jahre später. Dabei spielt es keine Rolle, wie ausgeprägt die Hautreaktionen vorher sind. Sie können auch minimal sein und nur an der Kopfhaut oder hinter den Ohren auftreten.

Ursachen und Auslöser der Psoriasis-Arthritis

Wer aber trägt ein erhöhtes Risiko, eine PsA zu entwickeln? Was verursacht diese chronisch-entzündliche Erkrankung? Die Frage nach dem Auslöser kann bislang nicht eindeutig beantwortet werden. Eine komplexe Kombination mehrerer Faktoren scheint hierfür verantwortlich zu sein:

  • PsA entsteht durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems: Man geht davon aus, dass das körpereigene Abwehrsystem hochaktiv ist und ständig versucht, Erreger und Fremdstoffe durch entzündliche Reaktionen zu bekämpfen – und zwar auf unkontrollierte Art und Weise in Immun-, Knochen- und Hautzellen.
  • PsA entsteht durch genetische Veranlagung: In vielen Fällen konnte eine Häufung von Erkrankungen in der Familie beobachtet werden – so sind bei eineiigen Zwillingen oftmals beide betroffen (in ca. 70% der Fälle).
  • PsA entsteht (wie Schuppenflechte) durch äußere Einflüsse: Möglicherweise durch Infektionen mit Bakterien oder Viren sowie Verletzungen der Haut, psychische Probleme wie Beziehungs- oder Arbeitsstress oder veränderte klimatische Bedingungen in Betracht – aber auch Übergewicht bzw. eine ungesunde Lebensweise (hoher Alkohol- und Zigarettenkonsum).
  • PsA entsteht durch hormonelle Umstellung: Besonders bei Frauen in Zeiten, in denen der Hormonhaushalt großen Veränderungen ausgesetzt ist – wie bei einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren.

Doch warum genau Patienten eine PsA bekommen, ist noch ungewiss. Auch kann der Verlauf der PsA stark variieren. Daher ist eine frühe Diagnose umso wichtiger.

Erscheinungs- und Verlaufsformen

Es ist nicht immer einfach, die Erkrankung zu erkennen, denn es gibt zahlreiche Erscheinungsformen mit unterschiedlichen Ausprägungen. Gelenk- und Wirbelsäulenbeschwerden müssen dabei unabhängig von Hautbeschwerden betrachtet werden.

Grundsätzlich handelt es sich bei der PsA um eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die unbehandelt zu Schäden an den Gelenken führen kann. Die typischen Gelenkbeschwerden der PsA sind schmerzhafte Schwellungen oder Steifigkeit, von denen nicht nur die Gelenke an Fuß und Hand, sondern häufig auch das Knie- oder Hüftgelenk bis hin zur Wirbelsäule betroffen sind.

Zu den typischen Krankheitserscheinungen gehören:

  • Gelenkbeschwerden: In frühen Krankheitsphasen sind oft nur wenige Gelenke betroffen. Die PsA ist dann manchmal schwer zu erkennen. Nach und nach kommen immer mehr Gelenke dazu, meist asymmetrisch verteilt, d. h. an unterschiedlichen Stellen des Körpers.
    • Gelenke sind entzündet – d. h. meist verdickt (geschwollen), druckempfindlich und schmerzend.
    • Gelenke können deutlich bewegungseingeschränkt sein (besonders nach dem Aufstehen oder nach Ruhephasen).
    • Gelenke können zudem veränderte oder teilweise zerstörte Strukturen aufweisen – wenn PsA nicht frühzeitig behandelt wird.
  • Entzündungen an Sehnenscheiden und -ansätzen, häufig an der Achillessehne oder den Streck- und Beugeseiten der Extremitäten (Enthesitis).
  • Entzündlicher Rückenschmerz, der nicht durch Belastung, sondern im Ruhezustand auftritt (etwa 20 – 40% der Patienten leiden darunter).
  • Anschwellen eines gesamten Fingers bzw. einer Zehe (Daktylitis oder umgangssprachlich „Wurstfinger“).
  • Stark entzündete Finger-Endgelenke – häufig mit Nagelbeteiligung
  • Die typischen psoriatischen Hautveränderungen – gekennzeichnet durch Rötung und Schuppung, die sich, als sogenannte Herde oder Plaques, leicht erhaben und klar zur gesunden Haut abgegrenzt. Mal ist dabei die Rötung dominant bei schwacher Schuppenbildung, mal sind große Schuppenflächen mit geringer Rötung zu sehen – aber immer ist es für die Patienten belastend. Alle Hautstellen können davon betroffen sein, zumeist jedoch die Streckseiten von Ellenbogen und Knie, der behaarte Kopfbereich, die Ohren, der Bauchnabel oder der Lendenwirbel- und Genitalbereich – nicht selten nur kleine, kaum sichtbare Stellen. Eine Sonderform stellt die pustulöse Psoriasis dar, welche durch kleine Pusteln meist im Bereich der Handinnenflächen und Fußsohlen gekennzeichnet ist.

Krankheitsverlauf

Psoriasis-Arthritis tritt in Schüben von individuell unterschiedlicher Dauer auf. PsA neigt zu langen spontanen Ruhepausen und Besserungen, wann und in welcher Ausprägung, lässt sich allerdings nicht vorhersagen. So können sich auch Phasen mit starken Beschwerden und solche mit fast vollständiger Beschwerdefreiheit abwechseln.

Insgesamt ist der Krankheitsverlauf der PsA schwer abzuschätzen. Es gibt jedoch Anhaltspunkte, ob es sich um eine eher milde oder eine schwere Form handelt: Besteht zu Beginn eine hohe Krankheitsaktivität, bei der mehr als fünf Gelenke befallen sind, spricht das für einen schweren Verlauf. Hier kann die PsA fortschreitend verlaufen, d.h. auf mehr Gelenke übergreifen und damit die Beweglichkeit einschränken.

Aber: Bei etwa 75% der Patienten überwiegt die milde Verlaufsform!

Das Wichtigste ist, die Therapie frühzeitig zu beginnen, um bleibende Schädigungen an den Gelenken zu vermeiden. Denn mittlerweile kann die PsA in der Regel gut behandelt werden. Der Verlauf der Erkrankung kann zudem durch gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung sowie das Vermeiden von Übergewicht günstig beeinflusst werden.

Psoriasis pustulosa

Diese sehr seltene Form der Psoriasis ist durch sterile, also keimfreie, eitrige Bläschen gekennzeichnet.

Typischerweise treten die Pusteln an Handinnenflächen und Fußsohlen auf.

Psoriasis (Schuppenflechte)-Pustulosa: kleine Pusteln an Handinnenflächen

Sonstige Psoriasis-Formen

Hierzu zählen zum Beispiel die kleinfleckige Psoriasis (Psoriasis guttata), Psoriasis palmoplantaris und Psoriasis inversa.

Sonstige Formen der Psoriasis (Schuppenflechte): Psoriasis guttata, palmoplantaris und inversa

Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen

Die Psoriasis ist eine Erkrankung, die auch schon bei Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren auftreten kann.

Bei ca. 30 Prozent der betroffenen Erwachsenen hat sich die Hauterkrankung das erste Mal bereits vor dem 16. Lebensjahr bemerkbar gemacht. Neben erblichen Faktoren sind im Kindes- und Jugendalter häufig Infektionen durch Viren oder Bakterien (vor allem Streptokokken) der Auslöser. 

Körperliche und seelische Belastung

Gerade junge Patienten stellt die Diagnose Psoriasis vor eine Herausforderung. Anders als bei Erwachsenen sind bei Kindern und Jugendlichen häufig die Kopfhaut, das Gesicht, der Windel- bzw. Genitalbereich sowie Hände und Füße befallen.  

Betroffene Kinder und Jugendliche leiden nicht nur an den Symptomen der Erkrankung. Oftmals sind sie auch emotional stark belastet, nicht selten wegen der noch existierenden Stigmatisierung ihrer schuppenden Haut. Ob beim Schwimmbadbesuch oder in der Umkleidekabine beim Schulsport: Die neugierigen Blicke ihres Umfelds hindern junge Psoriasis-Patienten oft daran, so unbedarft wie ihre Altersgenossen zu agieren.

Gerade Unwissenheit sorgt häufig dafür, dass Menschen mit Distanz oder Abwehr reagieren, wenn Sie bei ihrem Gegenüber die charakteristischen roten, schuppigen Hautstellen entdecken.

Behandlungsmöglichkeiten

Für Kinder und Jugendliche sind deutlich weniger Therapiealternativen zugelassen als für Erwachsene. Daher erhalten junge Patienten häufiger Therapien, die auf die Haut aufgetragen werden (topische Therapien).

Wo finde ich weitere Informationen?

In der Broschüre Es geht nach vorn. Komm mit! finden Kinder und Jugendliche mit Psoriasis unter anderem verständlich aufbereitete Informationen rund um die Erkrankung, die Risikofaktoren, Therapieoptionen und Themen wie Liebe, Freizeit und Sport.

Ebenfalls in der Broschüre enthalten sind Links zu nebenstehenden Websites, auf denen es viele Informationen zum Thema Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen gibt, Internet-Foren zum Austausch mit anderen Betroffenen oder sogar Vereine, die persönliche Treffen organisieren.